Roadbookfahren – Wie geht das?


komische Idee oder spannende Option?

Navigieren nach Roadbook bedeutet, dass man eine zuvor aufgezeichnete Route mit Hilfe einer detaillierten Streckenbeschreibung abfährt. Diese befindet sich auf einer Papierrolle, auf der alle relevanten Informationen, wie Entfernungsangaben, Abzweigungen, markante Orientierungspunkte sowie Serviceinformationen (z.B. Tankstellen) vermerkt sind.

Roadbooktouren bzw. -rallyes haben ihren speziellen Charakter, sie fordern den Fahrer/die Fahrerin in vielfältiger Weise. Unbekannte Geländepassagen sind dabei ebenso zu meistern, wie die Navigation mit dem Roadbook bei gleichzeitiger Bedienung von Roadbookhalter und Tripmaster (siehe Ausrüstung). Roadbookfahren ist jedoch keine Hexenwerk: Mit entsprechender Offroad-Erfahrung und ein wenig Übung kommt schnell in Fahrfluss und erfährt, was den besondern Reiz solcher Touren ausmacht.

Das Einsatzspektrum von Roadbooks reicht von entspannten „Kaffeefahrten“ über gut ausgebaute Asphaltstraßen bis hin zum professionellen Rallyesport. Zumeist werden sie jedoch im Offroad-Bereich verwendet, da man im Gelände auf sehr präzise Streckenangaben angewiesen ist. Selbst die besten Militärkarten oder auch ein GPS sind kein adäquater Ersatz für ein Roadbook.

Beispielsweise kommt es in dicht bewaldeten Gebieten oder engen Schluchten immer wieder mit Empfangsausfällen des GPS. Außerdem ist in Gegenden mit zahlreichen Weggabelungen das flüssige Abfahren eines zuvor aufgezeichneten Tracks kaum möglich, da nicht immer auf Anhieb der richtige Abzweig erkennbar ist. Ein präzise erstelltes Roadbook zeigt hingegen eindeutig, wo es lang geht.

Handhabung von Roadbooks

Papier-Roadbooks müssen meist noch geklebt werden

Ein fertig zusammengeklebtes Roadbook stellen die wenigsten Veranstalter zur Verfügung. Auch bei unseren Roadbooks ist daher zunächst der Einsatz von Schere und Tesafilm erforderlich bevor es losgeht. Die einzelnen Seiten der Streckenbeschreibung werden zu einer Rolle zusammengeklebt.

Dies ist eine gute Gelegenheit, sich vorab mit dem Roadbook vertraut zu machen (welche Ortschaften werden passiert, wo kommen schwierige bzw. unübersichtliche Passagen vor, wo kann man tanken oder einen Imbiss einlegen etc.).

Darstellung der Symbole

Hinsichtlich des Roadbook- Layouts gibt es zwei Darstellungsarten. In Europa, wo Strecken von 200 km bis zu 400 Abzweige haben können, werden in der Regel 3 Bilder nebeneinander angezeigt, so dass man 6 Abzweigungen im Sichtfenster des Roadbookhalters hat. Somit kann man sich frühzeitig auf die folgenden Situationen einstellen. Die Illustration ist allerdings etwas unübersichtlicher, da die Texterläuterungen in den einzelnen Bildern stehen.

Bei Wüstenrallyes gibt es häufig nur alle 5 bis 10 km wichtige Abzweigepunkte. Aus diesem Grund wird eine andere, etwas übersichtlichere Daherstellungsform, gewählt: ein Bild pro Reihe mit rechts daneben stehenden Texterläuterungen. Jedoch sind bei dieser Variante maximal nur 3 Bilder im Fenster des Roadbookhalter zu sehen.

Navigieren mit Roadbook


Beim Lesen der Roadbooks geht man wie folgt vor: Ausgangspunkt eines jeden Bildes ist der in der Skizze unten eingetragene Punkt. Die im Roadbook angegebenen Entfernungen entsprechen der Wegstrecke vom Punkt bis zur nächsten unter der Pfeilspitze markierten Kreuzung oder geänderten Situation (z.B. Übergang von Asphaltstraße in Piste). Hat man die angegebene Wegstrecke zurückgelegt und befindet sich in Pfeilrichtung, wechselt man zum nächsten Bild.

Vorab sollte man sich vergewissern, welcher Radumfang bei der Erstellung der Roadbooks zu Grunde lag. Denn Abweichungen in der Einstellung von z.B. 5 % schlagen pro gefahrenem Kilometer mit 50 m zu Buche, was die Navigation erheblich erschwert.